Haftungsausschluss: Ich habe keine Vorteile für das Abfassen dieses Artikels erhalten, und möchte auch keine. Es ist ein Bericht meines eigenen Wissens und meiner Erfahrungen mit Land in Virtuellen Welten und nicht mehr. Ich will hier keinen Vergleich verschiedener kommerzieller Angebote ziehen.

In virtuellen Welten dreht sich alles um Land, und Land ist nichts weiter als Serverspeicherplatz. Wenn man eine Weile in einer virtuellen Welt verbracht hat, wird man dort ein Zuhause haben wollen. Man hat virtuelle Güter erworben und wird sie irgendwo zeigen wollen. Oder man wird sogar selbst welche erstellt haben und anderen die Möglichkeit bieten wollen, sie zu sehen und eventuell zu kaufen. In allen Fällen möchten viele Einwohner virtueller Welten zumindest einen kleinen Ort ihr Zuhause nennen können.

Es ist daher keine Überraschung, wenn die Vermietung von Servern das Kerngeschäft der Betreiber Virtueller Welten darstellt. In den meisten Welten sind die Betreiber selbst die einzigen, von denen man Land mieten kann, da sie alle anderen davon ausschließen, ihre Server mit ihrem Grid zu verbinden. So verständlich wie dies sein mag, wenn es darum geht, die Sicherheit und Verlässlichkeit des Angebots zu gewährleisten, wird diese Herangehensweise jedoch nicht die Evolution der virtuellen Welten befördern. Und es ist meine feste Überzeugung, dass virtuelle Welten den nächsten Schritt in der Entwicklung des Internet darstellen, so dass geschlossene Grids wie ISP’s sind, die nur den Zugriff auf Inhalte der eigenen Server zulassen, und damit ihre Kunden nicht über die Grenzen ihrer eigenen Angebote hinaus schauen lassen.

Der OSGrid ist in dieser hinsicht anders, da er jedem ermöglicht, den eigenen Server (auch wenn es ein Heim-PC ist) damit zu verbinden und die eigenen Regionen darauf laufen zu lassen, was zu einer enormen “Landmasse” im Verhältnis zur Userbasis führt. Zum Zeitpunkt dieses Artikels gibt es 4115 aktive User und 3916 registrierte Regionen im OSGrid, was bedeutet dass im Durchschnitt jeder User eine ganze Region für sich hat.

Nach dem OpenSimulator Wiki bedarf es eines “hohen technischen Sachverstandes” um OpenSim zu betreiben, was es für die technisch Unbedarften schwierig macht. Wenn man außerdem nach einer Region sucht, die jederzeit erreichbar sein soll, und eine gewisse Anzahl von Avataren und Prims aushalten muss, so dürfte die Installation auf dem eigenen PC nicht die beste Lösung darstellen. Deshalb gibt es bereits mehrere professionelle Unternehmen, die Regionen für OpenSimulator Umgebungen anbieten.

Worauf sie achten Sollten, wenn sie einen Anbieter für Ihre OpenSim Region auswählen: Die wichtigste Resource ist RAM, und was am meisten davon zehrt sind Avatare (und, zu einem gewissen Grad, Skripte). Die willkürlichen Prim-Limits, die von LL als Maßstab dessen, was eine Region erbringen kann, eingeführt wurden, sind daher kaum ein Anhaltspunkt für eine OpenSimulator Region. Sie können wahrscheinlich eine unglaublich hohe Anzahl von Prims auf Ihrer Region haben, ohne ein Absinken der Leistung zu bemerken, während Avatare, die zu Besuch kommen, eine größere Last für den Server darstellen. Im Moment scheint es einige Speicherlecks in der OpenSim Software zu geben, welche in regelmäßigen Abständen Neustarts notwendig machen (was von der Größe des bereitgestellten RAM abhängig ist).1

Meine eigene Region, Ever 01, wird von Snoopy Pfeffer vom Dreamland Metaverse betrieben. Wie mit vielen anderen Dingen ist es eine andere Erfahrung, eine Region im OSGrid zu haben, als eine in Second Life. Zunächst ist es viel billiger2. Zweitens ist der Kundenservice außerordentlich, da Snoopy ganz offensichtlich ein Profi ist und sich sehr in der Open Simulator Software engagiert. Sie hat beispielsweise ein Paypal-Modul für OpenSim eingebaut, welches auf all ihren Regionen funktioniert. Sie hat außerdem persönlich die Leistung der Region während unserer Eröffnungsfeier überwacht und hat entsprechende Schritte unternommen, wenn die Leistung abfiel. Es ist ein kompletter Kontrast zum anonymen und automatisierten Prozess, wenn man eine Region von LL mietet, und bei dem man Tickets einreichen muss (die routinemäßig missverstanden und mit Standardphrasen beantwortet werden) und bei dem man wie eine Last behandelt wird, selbst wenn man mehrere tausend Dollar jährlich dafür ausgibt. Zusätzlich ist es möglich, ein Backup der gesamten Region zu erhalten, so dass all die Dinge, die man gerezzt und erstellt hat, tatsächlich einem selbst gehören! So erbärmlich es auch sein mag, sich über solch einfache Konzepte zu freuen, so ist dies doch ein unglaublicher Unterschied, wenn man erstmal Jahre in SL verbracht hat mit der immer präsenten Angst, das Inventar und die eigenen Werke an einen simplen Serverfehler zu verlieren.

Ich habe noch keine Erfahrung mit anderen OpenSim Serverbetreibern, aber meiner persönlichen und bescheidenen Einschätzung nach bietet Snoopy einen exzellenten Service zu angenehmen Preisen. Im Moment bin ich einfach ein glücklicher Bewohner der selig vor sich hin baut.

(english version)

Creative Commons Attribution 3.0 Unported This work is licensed under a Creative Commons Attribution 3.0 Unported.

  1. Persönliche und ahnungslose Notiz von mir: Ich frage mich, ob es möglich ist, RAM dynamisch zu verteilen, so wie er von den Regionen gerade benötigt wird. []
  2. in meinem Fall 45 US-$ pro Monat ohne Bereitstellungsgebühr im Vergleich zu 295 US-$ pro Monat und 1000 US-$ Bereitstellung für eine Privatregion in SL []